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Die Senftube

Die Senftube

Kreetrappers Reziblog
Februar
07

von Eric Shanower

Shanower hat sich selbst die enorme Aufgabe gestellt, die Geschichte des trojanischen Krieges in Comic-Form nachzuerzählen. Die Grundzüge der Geschichte kennt in unserem Kulturkreis vermutlich jeder, aber Shanower geht in seiner Version sehr weit ins Detail. Dieser erste gut 200 Seiten starke Band endet z.B. damit, daß die Flotte der Griechen nach Troja aufbricht. Diese Detailfülle nutzt Shanower um seine Protagonisten sehr genau zu charakterisieren, so daß sie mehrdimensionaler als “der schöne Paris” oder “der listige Odysseus” werden. Eine wichtige Entscheidung, die einem beim Lesen gerade dieses ersten Bandes noch nicht unbedingt auffällt, die aber im Nachwort explizit gemacht wird, ist, daß in dieser Version des trojanischen Krieges die Götter nicht direkt in Erscheinung treten. Das Übernatürliche beschränkt sich auf düstere Prophezeihungen, die vielen der Beteiligten von diversen Sehern und Orakeln gemacht werden. Außerdem versucht der Autor in seinem Werk alle existierenden antiken Quellen zu berücksichtigen und deren Widersprüche so weit als möglich aufzulösen. So enthält der vorliegende erste Band auch neben einem Nachwort, Hinweise zur Aussprache der griechischen Namen, eine Genealogie der teilnehmenden Griechen und Trojaner und schließlich ganze 9 (neun!) Seiten an bibliographischen Hinweisen. Fazit: Sehr lesenswert, vor allem natürlich für Fans des klassischen Altertums. 9/10

Februar
07

von Ed Brubaker & Sean Phillips

Wie Coward ist auch diese zweite Geschichte aus der Serie Criminal in sich abgeschlossen. Mir hat sie sogar noch ein bißchen besser gefallen als die erste. Allen Fans des Noir-Krimis sei diese Serie noch einmal nachdrücklich empfohlen. Nach einer kleinen Pause wird Criminal dieser Tage weitergeführt wird, diesmal gibt es statt der üblichen 6-Hefte-langen Handlungsbögen in jedem Heft eine komplette Geschichte. Außerdem wird das sehr lesenswerte Zusatzmaterial (z.B. Essays über Filme der schwarzen Serie) noch einmal im Umfang ausgeweitet, so daß man es sich überlegen sollte, ob man nicht auf die Einzelhefte umsteigt. Denn wie die beiden bisher erschienenen Tradepaperbacks zeigen, schafft es das Zusatzmaterial leider nicht in die gesammelte Ausgabe. Lesenswert. 8/10

Februar
07

Nach Departed kommt mit diesem Film über die russische Mafia in London schon wieder ein Film in die Kinos, der sich ausführlich und sehr gelungen mit der organisierten Kriminalität beschäftigt. Ganz an die Klasse von Departed kommt dieser Film nicht heran, aber er ist trotzdem sehr sehenswert. Ein Witz ist allerdings in Zeiten des fleißigen Schneidens die Tatsache, daß dieser Film ab 16 Jahren freigegeben ist. Er enthält zwar nur wenige Gewaltszenen, diese sind aber so realistisch, daß es schon beinahe beim Zusehen wehtat. Wen das nicht schreckt, der sollte sich den Film nicht entgehen lassen. Fazit: Hervorragend. 8/10

Januar
29

Eine recht werkgetreue Adaption des Scheibenweltromans, und zudem die erste überhaupt, die der Autor Terry Pratchett zugelassen hat. Charaktere und Handlung sind auch erwartet skurill, aber der ebenfalls typische Sprachwitz, der die Scheibenweltromane auszeichnet, läßt sich nur schwer auf das Medium Film übertragen (und, als zusätzliche Komplikation, auf deutsch), so daß er hier leider kaum vorkommt. So ein riesengroßer Fan von Pratchetts Hauptwerk bin ich aber sowieso noch nie gewesen, und dementsprechend sieht dann auch mein Fazit aus. Ganz nett, aber nicht herausragend. 7/10

Januar
29

von Kurt Busiek et al.

Unter Kurt Busiek ist Superman deutlich lesbarer als in der Zeit davor, aber so richtig toll finde ich das alles immer noch nicht. Ganz okay, halt. 6/10

Januar
29

von Fred van Lente und Ryan Dunlavey

Okay, ich war ja beinahe schon ein van-Lente-Fan, ohne überhaupt etwas von ihm gelesen zu haben. Einfach deswegen, weil die Jungs bei Comics Should Be Good ihn ständig so in den Himmel loben. Van Lente hat dort sogar seinen eigenen Feiertag, der immer mit viel Aufhebens begangen wird. Die Reihe Action Philosophers hat seinen Ruhm begründet und dieser dritte Sammelband ist wirklich sehr lesenswert (und läßt mich noch intensiver danach streben auch die ersten beiden in meinen Besitz zu bringen). Ein wenig so wie in der wunderbaren Serie Goofy - eine komische Historie (die seit kurzem endlich als Gesamtausgabe veröffentlicht wird) begleiten van Lente und Dunlavey berühmte Philosophen auf den wichtigsten Stationen ihres Lebensweges und erklären nebenbei gleich die Grundzüge ihrer philosophischen Theorien. Die biographischen Elemente sind nicht annähernd so detailverliebt wie bei den erwähnten Goofy-Bänden - manche Philosophen bekommen nur eine einzige Seite spendiert - aber die vorgestellte Philosophie wird trotzdem meist klar genug. Nun kann so etwas schnell sehr trocken werden. Dies ist hier aber nicht der Fall. Die Autoren feuern ein wahres Gag-Feuerwerk ab und die meisten zünden auch. Besonders schön fand ich die Zeichnungen von Dunlavey, die oft an die ganz großen der Comic-Welt angelehnt sind. So ist der Beitrag über John Stuart Mill zum Beispiel im Stil von Charles Schulz gezeichnet, es werden aber auch Anleihen an andere Klassiker wie Family Circus gemacht oder der typische Stil von Superheldencomics gekonnt emuliert.

Fazit: Sehr empfehlenswert. Und wenn Euch mein Wort nicht genügt, könnt ihr auf der Webseite des Comics einige Geschichten probelesen. 9/10

Januar
29

von Lewis Trondheim
Mal wieder etwas Autobiographisches von Trondheim. Diesmal denkt er über das Altern von Comic-Schaffenden nach. Er denkt, daß man als Comic-Macher dazu neigt, besonders früh auszubrennen und versucht diese These im Gespräch mit einer Unmenge seiner Kollegen und im Zwiegespräch mit sich selbst zu untermauern, was ihm aber nicht so recht gelingt. Der Band wäre sicherlich stärker, wenn bei all dem Nachdenken auch etwas herausgekommen wäre. Aber andererseits soll ja manchmal auch der Weg das Ziel sein. 6/10

Januar
29

von Robert Kirkman und Mark Englert

Ich habe ein wenig Schwierigkeiten diese Superheldengeschichte von Kirman einzuordnen. Die Grundidee, “Superheld ist auch nur ein Job wie jeder andere”, ist ziemlich innovativ und die Ausführung kommt meistens als leichte Komödie daher. So ähnlich wie ein typischer Polizisten-Buddy-Movie, nur daß eben Superhelden an die Stelle der Polizisten treten. Aber dann treten plötzlich superböse Schurken aus und einige Nebencharakter sterben einen schnellen und blutigen Tod (z.B. werden sie in der Luft zerrissen). Das paßt überhaupt nicht zur aufgebauten Stimmung und irgendwie findet der Comic nie richtig heraus, was er eigentlich sein will: heitere Superhelden-Parodie oder blutiges Gemetzel. Merkwürdig. 5/10

Januar
29

Die Weihnachtsausgaben des Lustigen Taschenbuches (die ich mir immer kaufe, um wenigstens ein bißchen in Weihnachtsstimmung zu kommen) werden auch immer liebloser. Dies ist, soweit ich mich erinnere, der erste Band, in dem einige Geschichten gar nicht mehr von Weihnachten handeln, sondern nur zufällig im Winter spielen. O tempora, o mores! 5/10

Januar
29

Im letzten Jahr hat das Lustige Taschenbuch, eine Institution auf dem deutschen Comic-Markt, seinen vierzigsten Geburtstag gefeiert. Zur Feier des Tages gab es vier fette Jubiläums-LTB mit den besten Geschichten aus vier Jahrzehnten. Wie auch in Band 1 sind dies alles Geschichten aus den Glanzzeiten des LTB und es gibt zudem eine bisher in Deutschland unveröffentlichte Geschichte als Bonus. Klasse. 9/10