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Dynamo 5 Vol. 1: Post-Nuclear Family

von Jay Faerber und Mahmud A. Asrar

Seit einiger Zeit verstricken sich die “Big Two” unter den amerikanischen Comic-Verlagen, Marvel und DC mehr und mehr in einem Gewust von unübersichtlichen und unausgegorenen Crossovern. Man fühlt sich beinahe in die Neunziger zurückversetzt, die im Superheldengenre nicht umsonst als eine düstere Epoche verschrieen ist. Kurz: Der Superheldenoutput der beiden Verlage ist nicht mehr so ohne weiteres goutierbar, jedenfalls nicht, wenn man sich weigert, gleich zwanzig verschiedene Serien gleichzeitig zu verfolgen, nur um dem Handlungsverlauf von einer davon folgen zu können.

Die gute Nachricht für Superheldenfans ist aber, daß es heute im Gegensatz zu den Neunzigern Image gibt. Und hier bekommt man neben vielem anderem auch einige Superheldenserien geliefert, die all das liefern, was Marvel und DC momentan dem Kunden nicht bieten können oder wollen: gut durchdacht, intelligent geschrieben und vor allem keine überflüssigen Hyper-Mega-The-Marvel-Universe-Will-Never-Be-The-Same-Crossover. Eine dieser Superhelden-Serien aus dem Hause Image ist Dynamo 5 und dieser Sammelband beinhaltet die ersten sieben Ausgaben der Serie.

Dynamo 5 hat eine recht einfache Prämisse, die aber sehr viele Möglichkeiten bietet: Captain Dynamo, der größte Held der Erde, ist den Weg alles Irdischen gegangen. Beim Ordnen seiner Hinterlassenschaft findet seine Witwe zu ihrer Überraschung heraus, daß der Captain ein echter Schwerenöter war und reihenweise fremde Frauen beglückt hat (seine Superkräfte, die unter anderem Gestaltwandlung und Telepathie beinhalteten, haben ihm dabei natürlich sehr geholfen). Wie Captain Dynamos Witwe bei ihren Recherchen herausfindet, sind aus diesen Affären fünf Kinder hervorgegangen, die inzwischen alle im Teenager-Alter sind. Sie organisiert ein Treffen mit den fünfen und während sie ihnen ihre wahre Herkunft offenbart, aktiviert sie die latenten Superkräfte in den Kindern, die diese natürlich von ihrem Vater geerbt haben. Allerdings haben nicht alle der Dynamo-Kids das gesamte Kräftespektrum ihres Vaters, sondern jeder hat nur eine Superkraft geerbt.

Hiervon ausgehend bewegt sich die Serie nun auf zwei Ebenen. Einerseits müssen die fünf lernen, mit ihren neuen Superkräften umzugehen um ihre Heimatstadt vor den Superschurken zu beschützen. Andererseits haben sie nun alle eine zweite Familie, mit der sie sich irgendwie arrangieren müssen. Und dann ist da natürlich noch eine zwielichtige Regierungsorganisation (eine Art S.H.I.E.L.D.), die ihnen auf den Fersen ist.

Faerber und Asrar liefern mit Dynamo 5 jeden Monat erstklassige Superheldenunterhaltung, wie man sie bei den großen Zwei momentan leider zumeist vergebens sucht. Zum Glück gibt es Image. 8/10

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